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Die Brustverkleinerung nach Hall-Findlay – eine gewebeschonende Form der Verkleinerung

Verspannungen und Fehlhalten sind oftmals eine Folge von zu großen Brüsten. Natürlich wünschen sich viele Frauen eine größere Oberweite. In manchen Fällen jedoch kann die Größe im Vergleich zur Oberweite Fehlhaltungen wie einen krummen Rücken und Schmerzen bei Bewegungen und Sport mit sich bringen. Was bei einer Brustverkleinerung zu beachten ist und was vor allem die Methode nach Hall-Findlay interessant macht, zeigen wir in diesem Artikel.

Wie funktioniert die Brustverkleinerung nach Hall-Findlay?

Im Gegensatz zur Ankerform wird bei der Hall-Findlay Methode ein T-Schnitt gesetzt. Der Arzt schneidet um die Brustwarze herum, setzt im Anschluss einen Schnitt zur Unterbrustfalte und setzt auch dort nochmal einen quer verlaufenden Schnitt auf beiden Seiten. Somit entsteht ein T, welches auf dem Kopf steht. Horizontal und vertikal kann dank der Schnittform viel Drüsen- und Hautgewebe entnommen werden. Das ist vorteilhaft, weil Form und Größe der Brust somit keine Rolle mehr spielen. Nachteilhaft ist jedoch die horizontale Narbe an der Brustumschlagsfalte.

Der Vorteil liegt darin, dass die Brustwarze nicht getrennt wird, sondern am ursprünglichen Gewebe bleibt. Lediglich das umliegende Drüsengewebe sowie die Haut werden versetzt und verkleinert. Gerade junge Frauen profitieren von der Methode, da die Sensibilität der Brustwarze erhalten bleibt. Auch die Milchgänge bleiben funktionsfähig, was vorteilhaft ist, wenn Betroffene noch Kinder bekommen möchten.

Mögliche Folgen von zu großen Brüsten

Zu große Brüste beeinträchtigen nicht nur die Haltung eines Menschen und sorgt für Schmerzen im Rückenbereich. Abschnürungen können zudem sehr unangenehm sein. Das kann geschehen, wenn der BH-Träger schwer auf den Schultern aufliegt, weil das Gewicht der Brüste nach unten zieht. Aber auch in der Unterbrustfalte ist es möglich, dass Wundreibungen auftreten. Eine Pilzinfektion ist nicht ausgeschlossen und kann sich als sehr unangenehm erweisen.

Für die optimale Größe gibt es keine Norm. Zu groß sind sie, wenn die Größe der Brüste nicht mit der persönlichen Statur zusammenpasst. Zusätzlich sind Beschwerden ausschlaggebend dafür, dass die Größe Unstimmigkeiten mit sich bringt. Jedoch muss jeder für sich entscheiden, ob eine Operation sinnvoll ist und ob es wert ist, das Risiko einzugehen.

Welche Aspekte sollten vor, während und nach der Behandlung beachtet werden?

Vor jeder Behandlung: In erster Linie ist es relevant, den richtigen Arzt zu finden. Mögliche Qualifikationen, eine hohe Seriosität sowie der Punkt, dass der Facharzt sich lange Zeit für das Vorgespräch nimmt, zeugen von einem qualifizierten Spezialisten. Aber das sind längst nicht alle Punkte, daher sollte sich jeder Patient umfangreich informieren. Wenn ein Arzt bereits sechs Jahre in dem Beruf arbeitet und eine passende Facharztprüfung absolviert hat, hat er deutlich bessere Qualifikationen als jemand, der das nicht aufweisen kann. Die Begrifflichkeiten Schönheitschirurg oder auch kosmetischer Chirurg sind dagegen nicht geschützt und sollten hinterfragt werden. Facharzt für plastische Chirurgie oder auch Facharzt für plastische und ästhetische Chirurgie sind jene Bezeichnungen, die einen ausgebildeten Arzt für die Richtung aufweisen.

Zudem ist das Gespräch mit der zuständigen Krankenkasse empfehlenswert, da man Zuschüsse für die Operation erhalten kann. Hierbei ist es von Bedeutung, ob der Betroffene gesundheitlich darunter leidet und ob die Verkleinerung der Brust für die eigene Gesundheit zwingend notwendig ist.

Notwendige Vorbereitungen auf die Operation: Nachdem die Kostenübernahme und die Arztwahl geklärt wurden, kommt es zu einem Termin. Ab diesem Moment sollten bereits bestimmte Maßnahmen eingeleitet werden, um sich optimal auf die Operation vorbereiten zu können. Blutverdünner sollten rechtzeitig abgesetzt werden. Dazu zählen beispielsweise auch Aspirin und Vitamin E. Weiterhin ist der Verzicht auf Nikotin, Alkohol und Schlafmittel wichtig. Sollte das nicht beachtet werden, können Komplikationen während der Operation auftreten. Im schlimmsten Fall kann es passieren, dass die Operation nicht stattfindet.

Auch der Arzt hat Verpflichtungen, denen er im Vorfeld nachgehen muss. Hierzu gehört ein Ultraschall, ein ausführliches Blutbild und weitere wichtige Voruntersuchungen. Erst wenn ein praktischer Arzt oder Internist die Zusage gibt, kann die Operation erfolgen.

Beachten Sie: Um die Brustverkleinerung durchführen zu können, muss die Brust vollkommen entwickelt sein. Zudem sollte eine Brustkrebserkrankung zuvor per Mammografie und Ultraschall ausgeschlossen worden sein.

Verlauf der Operation: Die Dauer der Operation liegt bei zwei bis vier Stunden. Zudem erfolgt die Behandlung stationär und unter Vollnarkose. Einige Tage der Operation können die Wunddrainagen gezogen werden. Spannungen und Schmerzen in der Brust sind normal in den ersten Tagen. Hier muss nicht auf Schmerzmittel verzichtet werden. Wichtig jedoch ist, dass die Schmerzmittel vom Arzt freigegeben werden, da manche nicht eingenommen werden dürfen. Dazu gehören Blutverdünner.

Nachbehandlung: Nach der Operation legt der Arzt einen Druckverband an. Dieser wird nach einigen Tagen durch einen medizinischen BH ersetzt. Wichtig ist es, diesen BH drei Wochen durchweg zu tragen und im Anschluss drei weitere Wochen zumindest tagsüber. Auf Sport sollte verzichtet werden. Auch die Schlafposition auf dem Bauch ist nicht möglich. Für Bauchschläfer ist eine Umgewöhnung sehr wichtig. Bewegungen, die den Brustkorb und die Oberarme stark fordern, sollten vermieden werden. Das gilt für etwa sechs Wochen. Auch beim Sex ist Vorsicht geboten.

Welche Risiken bringt eine Brustverkleinerung nach Hall-Findlay mit sich?

Bei einer Brustverkleinerung handelt es sich um einen chirurgischen Eingriff. Somit sind auch immer Risiken vorhanden. Wundheilungsstörungen, Blutungen und Infektionen sind Punkte, die nach einer Operation auftreten können. Bei Patienten, die sich von Chirurgen, die viel Erfahrung sowie eine gute Ausbildung besitzen, behandeln lassen, treten Komplikationen in den seltensten Fällen auf.

Ein anderes Risiko ist jedoch der Grad der Brustsensibilität. Diese nimmt auf jeden Fall ab. Mit der Hall-Findlay Methode hält sich die Abnahme jedoch in Grenzen, sodass die meiste Empfindlichkeit der Brustwarze erhalten bleibt. Gerade bei jungen Leuten erweist sich dieser Punkt als sehr vorteilhaft.

Taubheitsgefühle können bei starken Verkleinerungen eintreten. Das liegt daran, dass die Brustwarze um mehrere Zentimeter versetzt werden muss. In vielen Fällen vergeht das Gefühl von Taubheit. Auch die Sensibilität kehrt größtenteils zurück.

Wichtig: In einigen Fällen wir die Sensibilität sogar gefördert, was als sehr unangenehm empfunden werden kann.

Weitere wichtige Aspekte – Kosten und Leistungen

Preislich kann man bei einem Eingriff dieser Art mit 4.500 bis 7.000 Euro rechnen. Die Höhe variiert in Abhängigkeit von der Schwierigkeit der Operation und dem jeweiligen Arzt. Ein guter Arzt ist nicht automatisch teurer als ein weniger guter Arzt. Patienten sollten im Vorfeld die Referenzen des Chirurgen testen, um ein optimales Ergebnis zu erhalten. Zudem spielen folgende Punkte bei der Höhe des Preises eine Rolle:

  • die Vorleistungen (hierzu zählen Gespräche, körperliche Untersuchungen, Beratungen und Laborkosten)
  • die Operation an sich (die technische Ausstattung, die Location (der OP-Saal), die Entlohnung für den Chirurgen, erforderliche Medikamente, das komplette Team während der Operation und die Narkose mit dem zuständigen Anästhesisten)
  • und zu guter Letzt die Nachsorge (Kosten für Klinikaufenthalte, Nachuntersuchungen und Preise für spezielle BHs)

Fazit: Wann sollte eine Brustverkleinerung durchgeführt werden?

Brustverkleinerungen sind in medizinischer Hinsicht oftmals mehr als notwendig. Beeinträchtigungen im Alltag und im Liebesleben können dem Betroffenen mehr als nur die Nerven rauben. Oftmals tritt die Krankenkasse für die kompletten Kosten oder einen Teil der Kosten ein, sodass es eher möglich ist, die Operation auch in Anspruch zu nehmen. Der Chirurg muss hierfür schon vor der Operation ein Attest ausstellen, welches im Anschluss bei der Kasse eingereicht werden kann. Solche Dinge sollten immer im Vorfeld abgeklärt werden, damit man nicht in Vorleistung gehen muss oder keine Kostenübernahme erhält. Ein Eingriff dieser Art sollte gut durchdacht werden. Zudem muss man sich darüber im Klaren sein, dass es immer Risiken gibt und Narben zurückbleiben.

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